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18HT Boatspeed Learnings
Wir danken der amerikanischen 18HT Klassenvereinigung für die Erlaubnis, folgenden Text veröffentlichen
zu dürfen.
Aus dem englischen von Peter Johnstone, USA45.
Einleitung
Viele Leute haben mir geholfen diesen Beitrag zu erstellen, unter anderem mein Sohn Nick,
Randy Smith, WF, Mark Murray, Bob Hodges, Charlie Ogletree, Peter Katcha und Jay Glaser.
Ein Danke an alle, welche Ihre Erfahrungen mit uns geteilt haben.
Ich dachte, dass ich genau das niederschreibe, was ich gelernt habe. Erstens
half mir das, die Einstellungen und Dinge nicht zu vergessen, zweitens gibt es
kein offizielles Einstellungs- und Bootsgeschwindigkeits-Handbuch und drittens ist
dies ein Anfang und einige der Einstellungen könnten völlig daneben liegen, also
bitte meldet Euch für Kritik und Verbesserungen, so dass wir dieses Arbeitspapier
stetig weiterentwickeln können. Jegliche Diskussion wird unser Verständnis und Wissen,
wie man diese Boote schnell segelt weiter verbessern.
Vor dem ersten Ablegen muss die Diamondspannung und der Salingwinkel überprüft werden.
Der Mast sollte gerade sein. Falls Ihr mit einem Petrucci-Segel segelt, sollte mit etwas
weniger Diamondspannung und Mastvorspannung gesegelt werden. Ungefähre Werte sind 37
Diamondspannung (LOOS Gauge) und der Salingwinkel sollte etwa 3.75cm betragen. Mit
dem Ullmansegel sind wir jetzt bei 39 Vorspannung und 4.5cm Salingswinkel. Es war so,
dass mit jeder Eröhung der Vorspannung unsere Segelleistung stieg. Bitte beachtet dass
die Diamondspannung mit einer neuen LOOS Gauge bestimmt wurde, falls die LOOS Gauge
etwas älter ist und Ihr die gleichen Werte verwendet, kann die Spannung zu tief liegen,
da die Federspannung der LOOS Gauge mit dem Alter etwas nachlässt.
Es gibt drei 'Gänge' unter Amwind und Mitwind. Als Basis
dient der Amwindkurs, wobei die Mitwind-Tips Euch in die richtige Region bringen,
bis Ihr Euer eigenes Gefühl für das Boot entwickelt habt.
1. Gang: Wenig Wind, niemand im Trapez
Amwind
Wendewinkel zwischen 90-100 Grad.
Mastrotation zeigt auf das vordere Ende des Schwertkasten.
Cunningham nur schwach angezogen, um die Falten des Grosssegels zu glätten.
Unterlieksstrecker so dass das Grosssegel in der Mitte ca 12cm durchhängt.
Grossschot so anziehen, dass die Leefäden im Grosssegel bei der 3. und 4. Latte teilweise
einfallen (stallen), Traveller in der Mitte.
Beide Segler sollten vor den Wanten sitzen, der Vorschoter ev. sogar vor dem
Vorderbeam. So wird das Heck sauber aus dem Wasser gehoben und das Wasser läuft sauber ab.
Keine Überhöhe laufen! Die Spione im Luv sollten anliegen.
Grundsätzlich ist das Segel flach und die Grossschot etwas hart, der Mast so eingedreht,
dass er maximalen Antrieb erzeugt.
Mitwind
Halsewinkel liegt zwischen 100 und 110 Grad.
Reinrotierer und Cunningham offen.
Traveller 5cm weg von der Mitte und Grosschot dicht.
Crew im Lee auf dem Vorderbeam.
Steuermann im Luv zwischen Want und Vorderbeam.
Wenn genügend Zeit ist, Schwerter auf halbe Höhe, ist aber nicht kritisch.
Versucht immer wieder die 'Wild Thing' Technik, Gennacker und Grossschot etwas dichter
nehmen, anluven, Geschwindigkeit aufnehmen bis der Luv-Schwimmer steigt, leicht
abfallen und Geschwindigkeit halten ohne dass der Luv-Schwimmer runter kommt.
2. Gang: Von fast Einfachtrapez zu Doppeltrapez Konditionen
Amwind
Wendewinkel 80-90 Grad. Mastrotation zeigt auf das hintere Ende des Schwertkastens oder
sogar noch weiter nach hinten. Wenn sich das Boot langsam anfühlt, den Mast weiter reinrotieren.
Cunningham nur schwach angezogen, um die Falten des Grosssegels auszuglätten.
Unterliekstrecker so anziehen, dass das Gross in der Mitte ca 9-10cm durchhängt
Grossschot so anziehen, dass die Leefäden im Grosssegel bei der 3. und 4. Latte teilweise
einfallen (stallen), Traveller in der Mitte. Die Grossschot in Böen anpassen.
Sobald der Vorschoter im Trapez steht, sitzt der Steuermann hinter der Want und der Vorschoter
steht gerade hinter dem Vorderbeam.
Keine Überhöhe laufen. Die Spione im Luv sollten anliegen
Grundsätzlich wird das Segel im ‚Fullpower’ modus gefahren und der Luftwiderstand des
Mastes wird minimiert (Rotation).
Mitwind
Halsewinkel ca. 90 Grad.
Rotation und Cunningham offen.
Traveller 10cm aus der Mitte und Grosschot dicht.
Vorschoter sitzt in der Mitte des Trampolins und geht ins Lee wenn mehr Tiefe
oder ins Luv wenn mehr Höhe gafahren werden muss.
Steuermann sitzt im Luv, hinter der Wante.
Wenn genügend Zeit ist, Schwerter auf halbe Höhe, ist aber nicht kritisch.
Grundsätzlich wird mit der 'Wild Thing' Technik gesegelt.
3. Gang: Doppeltrapez bei Starkwind
Amwind
Wendewinkel 80 Grad.
Mast soweit reinrotieren, dass die Rotation zwischen Achterbeam und Schwertkasten zeigt.
Der Mast sollte sich seitlich nach Lee biegen.
Die Cunningham wird so hart angezogen, bis mit der Grossschot nicht mehr so extrem
gearbeitet werden muss. Das Top des Grossegels öffnet sich in Böen.
Unterliekstrecker auf etwa 5cm.
Grossschot wird gelöst in Böen. Zwischen den Böen sollte man bei angezogener Grosschot
im perfekten Powermodus segeln. Falls man dann zu wenig Druck entwickeln kann,
muss die Cunningham etwas gelöst werden.
Steuermann hinter und Vorschoter vor dem Want. In grossen Böen etwas nach hinten gehen.
In Windlöchern nach vorne.
Die Geschwindigkeit ist hoch, die Luvfäden liegen an. Für leichtgewichtige
(unter 150kg) Teams kann es sich auszahlen etwas Überhöhe zu laufen. Wenn Ihr keine Möglichkeit habt,
weniger Höhe zu fahren, kann das effizient sein, bis Ihr den Weg
gefunden habt, den Bug tief zu fahren und Gas zu geben.
Grundsätzlich ist das Segel flach getrimmt und der Luftwiderstand des Mastes wird mit der Rotation
minimiert.
Mitwind
Halsewinkel zwischen 65 und 80 Grad.
Rotation und Cunningham offen.
Traveller 10-25cm von der Mitte und Grosschot dicht.
Die Position des Vorschoter ist entweder auf dem Achterbeam oder er steht im Trapez
ganz hinten auf dem Heck. Eine Fussschlaufe ganz hinten eignet sich bestens dafür.
Der Steuermann sitzt auch ganz hinten auf dem Achterbeam und steuert mit der Querstange
die Pinnenverlängerung geht achteraus, so dass sie den Vorschoter
nicht stört.
Wenn genügend Zeit ist, Schwerter auf halbe Höhe, ist aber nicht kritisch.
Das Ziel ist es, den Luvschwimmer über Wasser zu halten. Wenn starke
Böen auftreten, empfiehlt es sich beide Rümpfe im Wasser zu fahren um mehr
Auftrieb zu erhalten. Falls der Leeschwimmer bis zum Vorderbeam eintaucht,
muss der Vorschoter den Genacker einfallen lassen, um einen Stecker zu
vermeiden. Die Grossschot bleibt dicht, da sonst Mastbruch droht.
Anmerkungen von Andi Lutz, EUR501
Zur Person Peter Johnstone ist zu sagen, dass er zu den Gründervätern
des 49er gehört. Er ist also sicher vom Fach. Alle anderen Segler
auf die er sich bezieht, sind Topshots, dies vom Olympia Teilnehmer über
Little-Americas Cup Gewinner bis hin zu US-National Champions.
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